Ehrliche Gedanken

Die Wahrheit über Social Media und Mutterschaft

Ich scrolle durch Instagram. Die Frau über mir hat gerade das perfekte Frühstück serviert. Homemade Pancakes mit frischen Beeren, ein Glas Orangensaft, die Sonne scheint durch die Fenster, und ihre Kinder lächeln. Sie lächeln wirklich. Sie sind nicht streitsüchtig, nicht müde, nicht verdreckt. Sie lächeln und essen.

In meiner Realität heute Morgen schmiss mein Kind Haferbrei auf den Boden. Dann schrie ich. Dann schrie es. Es war halb sechs Uhr morgens und ich wollte heulen.

Das ist die Kluft, die uns alle langsam verrückt macht. Social Media und Mutterschaft sind nicht gemacht, um zusammenzuleben. Und doch tun sie es, überall, jeden Tag, und wir alle fühlen uns dabei schuldig.

Die Sache ist, dass Social Media darauf aufgebaut ist, die beste Version von deinem Leben zu zeigen. Es ist nicht böse daran. Es ist einfach das, was die Plattformen tun. Sie zeigen dir die Highlights. Und dann vergleichst du dein echtes Leben, komplett mit Haferbrei und Tränen, mit den Highlights anderer Menschen. Und natürlich verlierst du.

Aber hier ist, was wirklich passiert: Die Frau mit den lächelnden Kindern und dem perfekten Frühstück hat diese Foto wahrscheinlich nach dem dritten Versuch gemacht. Sie hat vielleicht 50 Fotos geschossen. Sie hat wahrscheinlich ihre Haare gemacht und Make-up aufgelegt. Die Kinder haben vielleicht für fünf Sekunden lächelt, und in diesem einen Moment hat sie das Bild genommen. Und danach? Danach hat eines der Kinder geweint, weil es nicht das Frühstück haben wollte, das für das Foto serviert wurde.

Das ist nicht die Bosheit von Social Media. Das ist nur die Mechanik davon. Und je mehr Zeit wir auf diesen Plattformen verbringen, wenn wir neue Mütter sind, desto mehr verlieren wir den Blick dafür, was wirklich ist.

Wir sehen die Influencerin, die ein Bild postet, auf dem sie »im Chaos« ihre Beziehung zu ihrem Kind »feiert«. Im Hintergrund ist absichtlich ein bisschen Spielzeug sichtbar. Das ist kein Chaos. Das ist Chaos, das fotografiert und bearbeitet wurde.

Wir sehen die perfekt organisierte Speisekammer, die Wäschereischrank, die Kinderzimmer, in denen jedes Buch in Regenbogenfarben angeordnet ist. Und dann schauen wir in unseren Wäschereimonat und sehen eine Höhle aus Läusen und Staub, und wir fühlen uns schlecht.

Das Schlimmste an Social Media und Mutterschaft ist nicht das Vergleichen selbst. Es ist, dass es dein Vertrauen zu dir selbst zerstört. Es ist nicht mehr die Frage, ob du eine gute Mutter bist. Es ist eine kontinuierliche Litanei: »Bin ich gut genug? Mache ich das richtig? Sehen meine Kinder genug aus wie die anderen Kinder?«

Ich kenne eine Mutter, die hat das Frühstück ihres Kindes 20 Minuten lang fotografiert, weil sie wollte, dass es auf Instagram gut aussieht. Das Kind ist danach hungrig gewesen. Das Frühstück war kalt. Und sie war frustriert, weil sie das richtige Foto nicht bekommen hat.

Das ist nicht mehr Mutterschaft. Das ist Performance.

Und ich verstehe das, wirklich. Manchmal brauchen wir Bestätigung. Manchmal brauchen wir zu sehen, dass andere Menschen auch im Chaos sind. Manchmal ist es schön, die beste Version deines Lebens zu sehen und zu denken: »Okay, morgen versuche ich, diese Energie zu haben.«

Aber wenn du anfängst, dein echtes Leben zu arrangieren, um für Social Media zu passen, verlierst du etwas Wichtiges. Du verlierst die Erlaubnis, einfach unvollkommen zu sein. Du verlierst die Erlaubnis, messig zu sein. Du verlierst die Erlaubnis, eine Mutter zu sein, die auch nur ein Mensch ist.

Was ich verstanden habe, ist, dass ausgesprochen.at existiert, weil diese Plattformen existieren. Weil wir alle so müde geworden sind, die perfekte Version vorzuspielen. Weil wir alle so sehr darunter litten, uns mit dem Perfekten zu vergleichen. Weil wir alle wissen, dass die echte Mutterschaft ein Durcheinander ist, und wir alle auch wissen, dass das okay ist.

Aber Social Media ist nicht böse. Es ist nur ein Werkzeug. Und wie bei allen Werkzeugen ist es die Frage, wie wir es benutzen.

Ich benutz es jetzt anders. Ich scrolle, aber ich scrolle bewusst. Wenn etwas mich klein macht, wenn etwas mich fühlen lässt, als würde ich versagen, schalte ich mein Telefon aus. Ich stelle auch Leute stummschaltlich, deren Energien mich nicht gut tun. Ich bleib bei den Konten, die echt sind. Die zeigen die Gläser in der Spüle und den Haferbrei auf dem Boden. Die zeigen nicht nur die Highlights, sondern auch die Realität.

Und das Beste, was ich gemacht habe, war, einen Moment zu nehmen und zu denken: Was würde mein Kind wollen? Würde es dieser Foto wollen, oder würde es lieber mit mir spielen? Fast jedes Mal ist die Antwort: spielen.

Social Media ist ein magischer Ort, der dein Leben zeigen kann. Aber die beste Version deines Lebens ist nicht auf Instagram. Es ist in der messigen Küche, wo dein Kind Haferbrei verschüttet hat, und du beide über die Absurdität davon lachen. Es ist in den Momenten, die du nicht filmerst, weil du zu beschäftigt bist, dein Kind in deine Arme zu nehmen. Es ist in der Normalität, die niemand fotografieren würde.

Und das ist nicht weniger wert. Es ist das kostbarste, das du haben kannst.